Angelina möchte Menschen von regenerativen Energien überzeugen – in ihrer Heimat, dem Süd-Sudan und auf der ganzen Welt. Sie hat eine große Vision: „Ich will die Energiewende für Afrika und den Nahen Osten“, sagt sie und lacht. In Deutschland absolvierte Angelina einen Master in Wirtschafts- und Energierecht, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Weil ihr andere Menschen auf ihrem Weg geholfen haben, möchte sie etwas zurückgeben und ihr Wissen teilen. Ihre Idee: Eine Beratungsagentur für erneuerbare Energien! 

Die Gründerin

Name: Angelina Jolong

Idee: Beratung für erneuerbare Energien

Gründungsort: Berlin

Nationalität: Süd-Sudan

 

Gründerpatin

Name: Anika Tüngerthal

Nationalität: Deutsch

Unternehmen: Erdforscher Labor

Im Süd-Sudan lebte Angelina in ständiger Angst vor Gewalt im Zuge ethnischer Konflikte, die in ihrer Heimat herrschen. Weil ihr das zu gefährlich ist, möchte sie in Deutschland bleiben – zusammen mit ihren vier Kindern und ihrem Mann. Als Mädchen habe man es in ihrer Heimat oft nicht leicht, sagt Angelina, gerade wenn es um den Zugang zu Bildung gehe. Heute schaut Angelina nach vorne: Sie möchte ihre Skills und ihr Wissen nutzen, um sich in Deutschland selbstständig zu machen.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Angelina, mit deinem Projekt möchtest du das Bewusstsein für regenerative Energien stärken. Warum ist dir das wichtig und wie gehst du das an?

Angelina: Ich habe in meiner Heimat gesehen, wie in Krankenhäusern Menschen sterben, Operationen nicht durchgeführt werden können, weil es keine Elektrizität gab. Aber neben dem Krankenhaus war ein Fluss. Man hätte das Wasser für die Energieerzeugung nutzen können. Am Himmel ist die Sonne, überall weht Wind, die natürlichen Ressourcen zur Energiegewinnung sind da. Man muss nur wissen, wie man sie nutzt, dann ist es so einfach! Das will ich den Menschen zeigen. Sowohl in der Politik als auch in den Köpfen einzelner Menschen muss sich etwas ändern. Ich möchte deshalb sowohl Politiker als auch Privatleute ansprechen. Hier in Deutschland gibt es dafür viel Unterstützung und so viele Möglichkeiten, das ist toll. Ich glaube, dass man alles schaffen kann, wenn man will und bin sehr zuversichtlich, dass ich den richtigen Weg finde.

WJD: Auf welchen Wegen möchtest du die Menschen erreichen?

Angelina: Meine Idee ist es, Online-Tutorials in verschiedenen Sprachen zu entwickeln, verschiedene Angebote zu schaffen, über die sich Menschen weiterbilden können. Außerdem möchte ich Beratungen anbieten und Treffen organisieren. Auf diese Weise möchte ich komplizierte Inhalte leicht verständlich machen, Menschen zum Beispiel zeigen, wie sie auf ihrem Dach Solaranlagen installieren können. Als Trainerin habe ich in meiner Heimat in einer NGO gearbeitet. Ich bin gut im Konzipieren und setze gerne spielerische Elemente ein, das möchte ich jetzt auch nutzen.

WJD: Anika, was wären die konkreten nächsten Schritte?

Anika: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man eine Idee erstmal ausreifen lassen muss, bevor man tatsächlich ein Unternehmen gründet. Man sollte genug Geld sammeln und sich sicher sein, dass man das Vorhaben stemmen kann, sonst droht schnell die Insolvenz. Erstmal ist es wichtig, dass Angelina sich eine Community aufbaut und dabei zunächst auf eine Zielgruppe konzentriert, zum Beispiel auf Menschen in Deutschland. Erstmal kann sie Facebook nutzen und dort Lektionen anbieten. Das ist ein guter Einstieg.

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