Update: Hadi hat den WeDoDigital-Sonderpreis für Digitalunternehmer auf der CEBIT gewonnen!

Mehr Infos gibt es unter wedodigital.de

Hadi Soufan sitzt in seinem kleinen Büro auf einem Drehstuhl und lächelt. Der 40jährige Architekt hat trotz einer unglaublichen Lebensgeschichte nach wie vor ein sonniges Gemüt. Er hat in seiner syrischen Heimat Homs den Bürgerkrieg hautnah erlebt, hat die Zerstörung der Häuser und die Vertreibung der Menschen gesehen – und ist aktiv geworden. Als die schlimmsten Kämpfe vorbei waren, gründete er mit Freunden die Initiative „Reviving Home“. Mit einer transparenten Philosophie hilft die Initiative beim Aufbau von Häusern, Geschäften und religiösen Stätten. Schnell hatte sein Facebook-Auftritt über 200.000 Follower.

Hadi hat neben „Reviving Home“ noch eine zweite Firma gegründet, die ausländischen Studenten hilft, in Deutschland Visa zu bekommen und Termine in Botschaften zu ergattern. Diese Firma ernährt ihn, was übrigbleibt investiert er in „Reviving Home“. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit auch von Daniel Girl, seinem Gründerpaten. Die beiden sind auch knapp ein Jahr später noch in Kontakt!

Firma: Reviving Home
Branche: gemeinnützige Einrichtung
Gründer: Abdoulhadi Soufan
Gründungsjahr: 2017
Gründungsort: Berlin und Damaskus
Niederlassungen: Homs
Website: www.revivinghome.org
Beruf des Gründers in der Heimat: Architekt

Der Traum hinter dem Projekt

Heimatlosen Menschen ihre Wohnung und ihre Gemeinde zurückgeben, und dabei Menschen in verschiedenen Regionen der Welt mit einander verbinden.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Hadi, das große Thema Deiner Plattform ist der Wiederaufbau von Häusern in Kriegs- und Krisengebieten. Wie bist Du darauf gekommen?

Soufan: 2014, als die schlimmsten Kämpfe vorbei waren, haben wir die erste Initiative gestartet. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass es beim Wiederaufbau unzählige Lücken gibt. Die Frage war, wie man diese Lücken füllen kann. Wir haben also viel recherchiert, mit Menschen gesprochen und Nachforschungen angestellt. Auf der Basis dieses Wissens wollen wir umfassende Lösungen bieten, um den Menschen zu helfen. In Homs nennt man die Initiative inzwischen schon „die Hoffnung“. Das ist also nicht nur eine Verbindung für mich, sondern das ist meine Mission, wenn ich das mal so nennen darf.

WJD: Wiederaufbau kann ehemalige Feinde zusammenbringen. Wie funktioniert das?

Soufan: Ich spreche jetzt mal theoretisch und nicht nur für Homs. Ehemalige Feinde MÜSSEN einfach zusammenarbeiten. Unser Projekt wird da ein Baustein sein. „Reviving Home“ bringt auf jeden Fall Menschen zusammen. Das kann ein Weg sein, eine friedliche Stimmung aufzubauen.

WJD: Wo liegen dabei die Grenzen des Möglichen?

Soufan: Als ich angefangen habe, haben mir Leute gesagt „Du bist verrückt, das kann nicht klappen.“ Aber es hat funktioniert und so geht das Schritt für Schritt, und irgendwie geht es immer weiter. Wie gesagt: Das ist meine Mission, und ich bin sicher: Wir können gewinnen und erfolgreich sein.

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