Update vom 09. März 2018: Aboud hat über den Businessplanwettbewerb (BPW) einen der drei Coworking Spaces IM.PULS gewonnen!

Hier geht´s zum Gewinnerfoto: http://bit.ly/2p1ribU 

Einen Geschenkversand mit exzellentem Service aufbauen, technisches Know-How mit funktionierender Logistik verbinden, und das alles mit einem ordentlichen Schuss Freundlichkeit und menschlicher Wärme versehen – einfach ist das nicht! Als Gründungsberater hat Thomas Knappworst schon die unterschiedlichsten Ideen gehört, doch Abouds Ansatz hat ihn überzeugt. Sein Netzwerk, Unterstützung und Abouds IT-Hintergrund und Ideen könnten den Traum bald Wirklichkeit werden lassen, auch wenn viele Herausforderungen noch zu meistern sind.

Mittlerweile hat Aboud einen toll Job in Essen und wird die Unternehmensgründung nebenbei weiter verfolgen!

Gründer: Aboud Moustafa
Idee: Geschenkeversand
Nationalität: Syrien, Aleppo
Aufenthaltsdauer in Deutschland: seit 2015
Beruf in der Heimat: IT Ingenieur/Projektmanager

Gründerpate: Thomas Knappworst
Firma: Knappworst & Partner Steuerberatungsgesellschaft
Rechtsform: Partnerschaftsgesellschaft (GbR)
Nationalität: Deutsch
Gründungsjahr: 1995
Gründungsort: Potsdam, Brandenburg
Anzahl Beschäftigte: 50
Anzahl Filialen: 2 (Berlin und Potsdam)

www.knappworst.de

Aboud Moustafa über seinen Gründerpaten:

Mein Gründerpate Thomas konnte mir viel zu Start-ups hier in der Region erzählen – er arbeitet ja auch als Gründungsberater und hat einen guten Überblick. Gleich zu Anfang unserer Patenschaft hat er mich auf seine Kosten zur deGUT (Deutsche Gründer und Unternehmertage) eingeladen und hat mir dort Firmen und Programme gezeigt, die mir weiterhelfen könnten. Dazu gehört zum Beispiel die Investitionsbank Berlin, die Mikrokredite für Geflüchtete vergibt, die gründen wollen.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Aboud, was hast du vor? In welcher Phase der Gründung befindest du Dich?

Aboud: Wir sehen überall, wie e-commerce und mobile Apps immer besser und erfolgreicher werden, z.B. foodoora, Uber, etc. Ich möchte eine e-commerce Plattform aufbauen, und einen High-End Versandservice für internationale Geschenkideen anbieten. Die Plattform soll auf mobile Nutzung optimiert sein. Damit will ich zum Beispiel Süßigkeiten, Schokoladen, Kuchen, Pralinen, und später auch Blumen, Spielzeug, oder Elektronikgeräte verkaufen. Mir ist dabei die emotionale Komponente sehr wichtig: Von der Bestellung bis zur Lieferung muss einfach alles stimmen, insbesondere was Service und (Kunden-) Freundlichkeit angeht.

Momentan betreibe ich intensive Marktrecherche; schaue, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wer meine Konkurrenz ist. Erst einmal will ich in Deutschland gründen und dann meine Dienste in ganz Europa anbieten.

WJD: Was ist dir in der deutschen Businesswelt aufgefallen?

Aboud: Es ist kompliziert: Deutsche machen sich immer Sorgen darüber, ob sie Erfolg haben werden oder nicht, oder ob sie Zugang zum Drittmarkt bekommen. Das Gute: Selbst wer scheitert und Bankrott geht, landet weich. In Deutschland gibt es ein Auffangnetz.

In Syrien ist das anders: Dein Geschäft hängt mehr von dem Ruf der Familie ab – er kann Türen öffnen. Für den Fall, dass Du scheiterst, wird die Familie Dich unterstützen, nicht der Staat. Wenn Du aus einer armen Familie kommst, ist alles ungleich schwerer.

Es ist mir sehr wichtig zu sagen, wie glücklich ich mich schätze, nun in Berlin, dem deutschen Start-Up Hub, leben und arbeiten zu dürfen und eine Firma zu gründen!

WJD: Thomas, was macht das Vorhaben oder die Arbeit mit Aboud besonders?

Thomas:  Beruflich berate ich viele Gründer. Aber ich finde es sehr mutig, als syrischer Geflüchteter hier in Deutschland eine Firma zu gründen; in einem neuen Land und einer komplett anderen Kultur!

Wie Steuern, Finanzierung, Businessplan funktionieren, erklären wir jedem deutschen Gründer und ausländischem Gründer auch. Jeder zweite Gründer in Berlin kommt aus dem Ausland, zum Beispiel aus den USA, aus Spanien, Italien und Australien. Was ich hochspannend finde ist, wenn jemand mit Flüchtlingsstatus gründen will – und da helfe ich gern.