Darem und Vitor treffen sich seit Ende Mai. Anfangs haben sie sich vor allem mit Bürokratie beschäftigt. Ende des Jahres will Darem gründen. Er möchte Hummus herstellen und in Deutschland vertreiben – und zwar den Hummus, den er aus seiner Heimat Damaskus kennt. Dort arbeitete Darem als Architekt. Um sich sein Architektur-Studium zu finanzieren, hatte er zusätzlich begonnen, in einem Restaurant zu arbeiten. Später betrieb er sein eigenes. „Es war immer mein Traum, ein eigenes Restaurant zu haben. Aber durch den Krieg ging alles verloren.“ Die Häuser, die er als Architekt geplant hatte, sah Darem einstürzen. An solche Szenen will er gar nicht erinnert werden.

Gründer: Darem Al Khateeb

Herkunft: Syrien, Damaskus

Beruf in der Heimat: Architekt, Restaurantbetreiber

 

Gründerpate: Vitor Lopes

Herkunft: Portugal

Ausbildung: Ingenieur, Telekommunikation

„Ich will meine Vergangenheit vergessen und mir hier ein neues Leben aufbauen.“ In Deutschland fängt er nun wieder von vorne an. „Den Lebensstandard von früher muss ich erst wiederherstellen.“ Wenn er ein eigenes Unternehmen gegründet hat, möchte er anderen etwas zurückgeben. Und seine Familie nachholen, die in Syrien lebt und Darem vermisst.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Darem, du möchtest in Deutschland Hummus verkaufen, wie kamst du auf die Idee?

Darem: In Damaskus gibt es überall Hummus-Läden. Der Hummus gehört dort einfach zur Kultur. Mindestens jeden Freitag isst man ihn. Der Freitag ist in meiner Heimat ein Ruhetag, ähnlich wie in Deutschland der Sonntag. Auch die Deutschen lieben Hummus. Gerade in Berlin bekommt man ihn fast an jeder Ecke. Trotzdem ist es nicht das Gleiche. In Syrien schmeckt er einfach anders. Zum Beispiel müsste er viel cremiger sein. In Deutschland ist der Hummus oft wässrig.

WJD: Und wie möchtest du vorgehen?

Darem: Erst mal möchte ich den Hummus in kleineren Läden verkaufen, mit dem Ziel, mich später auch an Supermarktketten zu wenden. Es macht Sinn, erst einmal klein anzufangen und zu schauen, wie die Produkte ankommen. Wobei meine Erfahrung jetzt schon zeigt, dass viele meinen Hummus mögen. Ich war auf einem Hummus-Festival in Berlin, dort konnte man ihn probieren. Und die Leute waren einfach begeistert. Jetzt muss ich eine kleine Küche finden, in der ich den Hummus zubereiten kann. Später will ich dann auch andere Leute einstellen. Ich möchte Arbeitsplätze schaffen, das ist mir wichtig. So kann ich anderen etwas zurückgeben.

WJD: Vitor, was empfiehlst du Darem?

Virtor: Er sollte darauf achten, dass der Hummus eine Topqualität hat. Das ist das A und O, wenn er sich auf dem Markt bewähren will. Der Hummus sollte auf keinen Fall synthetisch schmecken – und auch optisch etwas hermachen. Außerdem empfehle ich ihm, mit dem Verkauf zunächst in einer Stadt zu beginnen und das Geschäft dann auf verschiedene Regionen auszuweiten. Er sollte den Markt erst mal testen, verstehen, wie er funktioniert und auf diesem Wissen die nächsten Schritte aufbauen. Und ein gutes Netzwerk ist natürlich hilfreich. Es ist immer gut, sich mit anderen auszutauschen, sich nicht nur Gedanken zu machen, sondern diese auch zu kommunizieren – und umzusetzen. Viele Dinge muss man einfach ausprobieren.

Zurück zur Übersicht