Der Berliner Stadtteil Wedding gilt als Schmelztiegel der Nationen und Kulturen. In einer ehemaligen Sprachenschule hat Dr. Fadi Alshalabi sein Büro aufgebaut: Zwei Zimmer, mehrere Schreibtische, Laptops, Bildschirme, Whiteboards und im Keller ein kleines Videostudio. Während draußen vor der Türe Menschen aus aller Herren Länder durch das sonnige Berlin laufen, unterrichtet der ehemalige syrische Universitätsdozent Fadi Alshalabi junge Geflüchtete. Als Mann des Unterrichts weiß er, dass nur Fachwissen jungen Menschen in einer hoch technisierten Gesellschaft den Einstieg ins Arbeitsleben ermöglicht. Deshalb bietet seine Online-Lernplattform „Niuversity“ Wissen und Skills so praxisnah wie möglich. Von Englisch über Java bis hin zu Marketing und Videotechnik ist alles dabei, was Geflüchtete in Deutschland nutzen können.

Firma: Niuversity
Gesellschaftsform: GmbH
Branche: staatlich anerkannte Online-Lernplattform
Gründer: Dr. Fadi Al Shalabi
Gründungsjahr: 2017
Gründungsort: Berlin
Mitarbeiter: 2 Gesellschafter, 4 Angestellte
Niederlassungen:München, Damaskus, Canberra (Australien), Dubai
Web: www.niuversity.com
Beruf des Gründers in der Heimat: Dozent an der Universität Damaskus

Der Traum hinter dem Projekt

„Ich weiß, dass man nur mit Bildung etwas erreichen kann. Und als ich die vielen Flüchtlinge nach Deutschland kommen sah, wusste ich: Ich kann meinen eigenen Traum von der Wissensvermittlung verwirklichen, indem ich diesen Menschen Türen öffne.“

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Was genau ist die Niuversity?

Al Shalabi: Die Niuversity ist eine Online-Lernplattform für berufliche Weiterbildung. Die Leute können an unseren Kursen teilnehmen, wo auch immer sie sind. Das findet in Form von Live-Unterricht statt. Lehrer und Lernende sind zur gleichen Zeit im gleichen virtuellen Raum. Den Unterricht halten wir in Arabisch ab, denn als wir anfingen, haben ausschließlich Flüchtlinge teilgenommen, die in ihrer Heimatsprache lernen wollten. Die Unterrichtsmaterialien und die Präsentationen sind allerdings auf Englisch.

 

 

WJD: Was verlangt der deutsche Arbeitsmarkt von Ihren Schülern?

Alshalabi: Der Unterricht orientiert sich ganz stark an den Bedürfnissen, die der deutsche Markt benennt. Dazu gehören Grafik-Design, Online-Marketing, Content-Marketing, Datenverarbeitung und Cloudcomputing. Also alles Dinge, die man mit entsprechenden Vorkenntnissen gut lernen kann, und mit denen man sich bei Firmen bewerben kann.

WJD: Wie erreichen Sie Interessenten?

Alshalabi: Vor allem über Social Media. Wir haben auch ein sehr gutes Netzwerk der Lernenden, und so sprechen sich unsere Angebote sehr schnell herum. Viele meiner ehemaligen Studenten aus Damaskus sind inzwischen hierhergekommen.

 

 

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