Behrad und Fargol Forouzesh sind Geschwister und kommen ursprünglich aus dem Iran. Sie haben ihre Heimat verlassen, als es für sie und ihre Familie aus religiösen Gründen zu gefährlich wurde.

Zusammen mit Marita Rouhof, die langjährige Erfahrung aus internationalen Tätigkeiten bei Unternehmensberatungen mitbringt, überlegen sie, auf welche ihrer vielen Ideen der Fokus gelegt werden soll: welche Produkte sie importieren und exportieren wollen und ob das auch mit dem Import von iranischen Spezialitäten und Export von typisch deutschen Produkten von hoher Qualität in den Iran gehen kann, z.B. mit Gesundheitsschuhen.

Die Gründer(innen)

Namen: Behrad und Fargol Forouzesh

Nationalität: Iran (Teheran)

Idee: Import und Export von hochqualitativen Produkten zwischen Deutschland, Europa und dem Iran

Gründungsort: Berlin

Gründerpatin

Name: Marita Rouhof

Nationalität: Niederlande

Unternehmen: selbstständige Unternehmensberaterin

Behrad hat Buchhaltung studiert und hat vier Jahre Berufserfahrung als Buchhalter bei Bosch und Siemens. Nebenher hat er selbstständig einen kleinen Supermarkt betrieben (acht Jahre lang). Fargol hat sechs Jahre in London studiert und eine Ausbildung zur Heilpraktikerin absolviert. Im Iran hat sie fast zwei Jahren in diesem Beruf gearbeitet.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Behrad, Fargol – was ist eure Idee und wie weit seid ihr mit eurer Planung?

Fargol: Wir stehen noch ganz am Anfang – wir haben viele Ideen, aber wahrscheinlich wird es mit Import/Export von typischen Produkten von hoher Qualität zwischen Deutschland, Europa und Iran zu tun haben.

Behrad: Marita hat uns sehr geholfen, unsere vielen unterschiedlichen Ideen zu bündeln. Zunächst wollten wir auch beide einzeln gründen, weil wir sehr unterschiedliche Hintergründe und Interessen haben. Ich habe Erfahrung als Buchhalter und Geschäftsmann und habe acht Jahre lang einen kleinen Supermarkt geführt. Als klar wurde, dass wir den Iran verlassen müssen, machte ich den ersten Schritt, Fargol kam dann nach. Als ich Marita kennengelernt habe, hat sie Fargol und mich überzeugt, dass es einfacher sein würde, wenn wir zusammen gründen und zusammenarbeiten.

Fargol: Ich interessiere mich sehr für Naturheilkunde, Rohkost und Naturkosmetik und habe deswegen in England studiert und eine Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht. Danach kehrte ich in den Iran zurück. Als ich nach langer Wartezeit nach Deutschland konnte, wurde auch schnell klar, dass ich nicht „einfach so“ als Heilpraktikerin arbeiten kann. Ich habe zwar im Iran schon über zwei Jahre in diesem Beruf gearbeitet und über 120 Kräuterextrakte selbst hergestellt – aber um in Deutschland zugelassen zu werden muss ich erst einmal die Heilpraktiker-Prüfung machen und dann könnte ich irgendwann eine eigene Praxis aufmachen. Gott sei Dank haben meine Kräuter eine Haltbarkeit von 15 Jahren – meine Eltern passen zuhause auf meine Vorräte auf, beziehungsweise brauchen sie nach und nach auf! (verdreht Augen und lacht)

Behrad: Für unsere Idee, typische Produkte aus dem jeweiligen Land von guter Qualität zu exportieren bzw. zu importieren ist es wichtig, dass ich hier schon Firmenkontakte habe, sodass wir uns nicht um die Bürokratie und Auflagen kümmern müssen. Es kann sein, dass der Import/Exporthandel zwar politisch gesehen schwierig sein wird, aber auch nicht unmöglich, zum Beispiel über Zwischenländer wie Kuwait oder Katar.

WJD: Marita, wie hast Du eigentlich von dem Projekt gehört?

Marita: Im Dezember gab es eine Veranstaltung von Start-Up Your Future in der Factory Berlin. Ich berate hier Start-Ups, z.B. was Pitching angeht. Auf der Veranstaltung wurde ich dann mit Behrad und Fargol „gematched“. Seitdem haben wir uns viermal getroffen.

WJD: Welche Vorteile versprichst Du Dir von dem Projekt?

Marita: Auf lange Sicht lerne ich viel von anderen Kulturen, und indirekt hilft es mir auch bei meiner Beratungsarbeit. Außerdem ist das Netzwerk von Start-Up Your Future und somit auch die Wirtschaftsjunioren Deutschland sehr wichtig für mich – Kontakte sind alles! (lacht)

WJD: Behrad, Fargol, was beschäftigt euch momentan noch außer eurem Gründungsvorhaben? Wie soll es weitergehen?

Behrad: Wir nehmen beide an Deutsch Sprachkursen teil, ich habe das Level B2 schon abgeschlossen, Fargol bereitet sich gerade auf die B2 Prüfung vor. Ich möchte danach gerne BWL studieren.

Fargol: Und ich würde gerne die Heilpraktikerprüfung machen, um hier auch praktizieren zu können – dazu muss ich mich bei der Agentur für Arbeit noch beraten lassen. Außerdem arbeite ich ein paar Stunden pro Tag in einem persischen Gemeindehaus, je nach Bedarf. Am Wichtigsten ist für mich, dass ich die Prüfung schaffe – die deutsche Sprache ist der Schlüssel für alles! Ich habe so vieles im Kopf, aber kann mich manchmal noch nicht so ausdrücken, wie ich es möchte.

 

Zurück zur Übersicht