Andrea und Mohamad haben sich im Dezember 2017 über „Start-Up Your Future“ kennengelernt. Seitdem treffen sie sich regelmäßig. Andrea hat zusammen mit ihrem Partner erfolgreich ein Start-Up für Ingwerlimonade (international bekannt als Ginger Beer) gegründet. Mohamad kocht auch gerne und vermisst besonders die authentische syrische Küche – er kann sich vorstellen, dass syrische Spezialitäten gut ankommen könnten. Seine langjährige Erfahrung als Zollbeamter in Syrien hat ihn zudem noch auf die Idee gebracht, dringend benötigte Autoersatzteile nach Syrien zu exportieren, um beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. Welche Idee er nun verfolgen wird, steht noch nicht fest – dabei hilft ihm jetzt Andrea.

Gründer

Name: Mohamad Kebeh War

Idee: Import/Export; Foodbranche

Gründungsort: Berlin

Aufenthaltsdauer in Deutschland: seit 2015

Beruf in der Heimat: Zollabfertigung

Gründerpatin:

Name: Andrea Stenz

Unternehmern: Ände GmbH

Gründungsjahr: 2016

Andrea, wie laufen die Treffen ab?

„Mohamad wohnt in Caputh, ich in Spandau. Wir treffen uns meist alle zwei Wochen irgendwo in der Mitte. Die Treffen dauern zwischen 1h und 3h. Egal wie lang oder kurz: regelmäßige Treffen sind total wichtig! Dazwischen haben wir auch viel über Email und Whatsapp Kontakt, um schnell und unkompliziert Fragen klären zu können. Mein Geschäftspartner ist Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren und hat mir so von dem Projekt erzählt.“

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Mohamad, stell uns doch bitte Deine Idee vor – was möchtest Du gründen und woran arbeitest Du gerade?

Mohamad: Eigentlich gibt es zwei Hauptideen, über die ich zusammen mit Andrea nachdenke.

Zum einen hatte ich überlegt, syrische Spezialitäten wie Hummus oder Auberginenpaste in hausgemachter, sehr guter Qualität anzubieten – es schmeckt hier einfach nicht so gut wie zuhause (lacht)! Ich habe in Caputh auch einige Monate als Koch gearbeitet, und habe dort meine hausgemachten Pasten meinen Kollegen zum Probieren mitgebracht – die waren sehr angetan!

Die zweite Idee hat mit dem Export von Autoersatzteilen zu tun – ich weiß, dass die in Syrien dringend gebraucht werden. Es gibt die Regelung, dass keine neuen oder gebrauchten Autos importiert werden dürfen, darum ist der Bedarf nach Ersatzteilen so groß. Außerdem habe ich 10 Jahre lang in der Zollabfertigung und im Import/Exportgeschäft gearbeitet – damit kenne ich mich wirklich aus. Ich habe auch die nötigen Kontakte in Syrien, mit denen ich zusammenarbeiten kann; das fehlt mir hier in Deutschland noch.

WJD: Andrea, was ist zu tun, um Mohamads Idee umzusetzen?

Andrea: Wir haben festgestellt, dass er erst einmal eine Bedarfsanalyse erstellen muss – welche Ersatzteile für welche Marken werden in Syrien benötigt? Was darf überhaupt derzeit importiert werden? Es ist natürlich gut, dass Mohamad die syrische Seite für den Export schon kennt und gute Kontakte dort hat. Die Bedarfsanalyse werden wir dann mit der Situation in Deutschland abgleichen – was bekommt man hier, wie beschafft man es, und was darf überhaupt exportiert werden?

Der Vorteil der Idee mit den syrischen Spezialitäten ist, dass man erst einmal ganz klein anfangen und testen kann. Die Hemmschwelle ist niedriger: Man kann sich erst einmal ausprobieren, auf Wochenmärkten verkaufen, wo man direkt mit den Endkunden ins Gespräch kommen kann und Feedback zu den Produkten bekommt. Und das Invest wäre sehr niedrig.

Aus meiner eigenen Erfahrung zum Vertrieb von Produkten weiß ich, dass beispielsweise Edeka in Berlin und Brandenburg regionalen Produkten den Markteinstieg erleichtert. Dafür benötigt man eine Bescheinigung, dass die Nahrungsmittel laborgeprüft und damit verkehrsfähig sind. Den Kontakt zu einem Lebensmittellabor könnte ich herstellen.

Allerdings funkeln Mohamads Augen erst so richtig, wenn wir über die Idee mit den Auto Ersatzteilen sprechen (lacht)! Da mag der Anfang schwerer sein, aber die Motivation noch größer – und um eine Firma zu gründen, braucht man einen langen Atem!

WJD: Wie läuft eure Zusammenarbeit und wie soll es weitergehen?

Andrea: Ich finde es toll zu sehen, wie sehr Mohamad das will – darum bin ich mir auch sicher, dass wir das ‚step by step’ hinkriegen. Dass wir in drei Monaten „big business“ haben ist unwahrscheinlich – das Projekt ist ja auf vier Monate angelegt – ich würde das gerne länger begleiten, bis Mohamad auf eigenen Füßen steht. Meinen Geschäftspartner will ich auch an Bord bringen – eine andere Perspektive ist oft eine Bereicherung!