Mohammed al Gosh ist ein 25jähriger Syrer, der vor drei Jahren noch vor der großen Flüchtlingswelle aus Ägypten nach Deutschland kam. Schnell hat er Deutsch gelernt und dann seine Leidenschaft für das Kochen entdeckt. Seit 2016 betreibt er mit zwei Partnern den Catering-Service „Orientsy Buffet“.

Firma: Orientsy Buffet
Gesellschaftsform: UG
Branche: Gastronomie, Catering
Gründer: Mohammed al Gosh und zwei Freunde
Gründungsjahr: 2016
Gründungsort: Berlin
Mitarbeiter: keine – „wir machen alles alleine“
Niederlassungen: Berlin
Web: www.orientsybuffet.com

Ohne Landessprache geht gar nichts

Mohammed hat in den ersten Monaten acht Stunden täglich Deutsch gelernt: „Wo auch immer in einem Flüchtlingslager ein Deutschkurs stattfand, bin ich hingegangen.“

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Sie haben in der Multikulti Stadt Berlin mit seinem reichen Gastronomie-Angebot ein orientalisches Catering gegründet. Wie kommt man auf so eine Idee?

Al Gosch: Als ich nach Berlin kam, konnte ich gar nicht richtig kochen. Aber ich wollte Leute kennenlernen, und dabei habe ich gemerkt: Ich habe Talent mit dem Essen. Ich habe Freunde eingeladen, die waren begeistert – und so kam die Idee mit dem Catering. Beim Catering gibt es bisher nämlich kaum orientalische Spezialitäten. Dabei ist gerade die syrische Küche sehr interessant. Wir haben hunderte Gewürze, die Kultur fließt mit ein – immerhin waren die Osmanen da, die Franzosen – auch Religion spielt eine Rolle. Und man spürt immer wieder, dass alle Leute sehr positiv auf dieses Essen reagieren.

 

WJD: Eine Firmengründung ist immer schwierig. Gab es Probleme? Vielleicht auch positive Erlebnisse?

Al Gosch: Probleme gibt es immer, aber ich empfehle, dass die Leute immer mit der IHK sprechen. Die sind sehr hilfsbereit gewesen und haben uns ganz klar gesagt, was wir in Deutschland brauchen. Schwierigkeiten machen vor allem die Bürokratie und die Sprache. Obwohl ich inzwischen gut Deutsch spreche, verstehe ich manche Briefe einfach nicht. Dennoch kann ich anderen Migranten natürlich unter bestimmten Voraussetzungen empfehlen, sich ebenfalls selbständig zu machen: Ich würde ganz klar sagen, dass man sich nicht selbständig machen soll, wenn man die deutsche Sprache nicht spricht. Ohne die Sprache ist das unglaublich schwierig, weil man nicht weiß, was die Behörden verlangen.

WJD: Was sind es für Leute und Firmen, die bei Ihnen Essen bestellen?

Al Gosch: Wir haben eine ganz bestimmte Zielgruppe, und auf die richten wir die Arbeit aus. Wir konzentrieren uns auf große Unternehmen, politische Parteien und Organisationen. Bei einer dieser Bestellungen habe ich zufällig auch Bundespräsident Steinmeier kennengelernt. Ich bin schwer in Stress geraten, aber das Essen war super, und ich habe mich im Anschluss sogar noch 15 oder 20 Minuten lang mit ihm unterhalten. Er war sehr, sehr nett! Ich bin übrigens noch einmal ganz persönlich eingeladen vom Bundespräsidenten – zum diesjährigen Bürgerfest im Schloss Bellevue.

 

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