Mujahid und Lucy könnten, was Herkunft und Lebenserfahrung angeht, unterschiedlicher nicht sein. Er aus Darfur im Sudan – sie aus Melbourne in Australien. In Berlin haben sie sich über Start-Up Your Future kennengelernt – Lucy hilft Mujahid, sein eigenes Import-Export Geschäft zu eröffnen.

Gründer: Mujahid Hussine

Herkunft: Darfur, Sudan

Beruf in der Heimat: Forstwirtschaft

 

Gründerpate: Lucy Sundberg

Herkunft: Australien

Beruf: Designagentur

Ich bin seit genau einem Jahr und einem Monat in Berlin. Eigentlich hatte ich in Khartoum Forstwirtschaft studiert, doch der Bürgerkrieg machte es mir unmöglich, dort weiter zu studieren. Deswegen bin ich mit einem Freund nach Ägypten geflüchtet. In Kairo und Alexandria haben wir vier Jahre lang an einer Gesamtschule Physik und Mathematik unterrichtet. Als mein Freund zurück nach Afrika ging, um in Sambia Psychologie zu studieren, beschloss ich, mein Glück in Deutschland zu versuchen. Das UNHCR Hilfswerk half mir dabei, Asyl zu beantragen, da für mich bei einer Rückkehr in den Sudan Todesgefahr besteht.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Mujahid – Woran arbeitest Du momentan und wie kommst Du voran?

Mujahid: Ich hatte zunächst verschiedene Ideen, zum Beispiel die Eröffnung eines Handyladens. Aber inzwischen habe ich mich dazu entschlossen, ein Import Geschäft mit afrikanischer Kleidung aufzumachen. In Ägypten hatte ich mit einem Geschäftspartner auch schon ein Bekleidungsgeschäft geführt und kann mein Netzwerk vor Ort weiter nutzen. Einen Namen haben wir auch schon: „Tugu’s Clothing“.

WJD: Mujaid – Start-Up Your Future bietet ja auch ein breites Angebot an zusätzlichen Workshops und Trainings – kannst Du da schon welche besuchen, und wenn ja, wie haben sie Dich weitergebracht?

Mujahid: Seit unserem ersten Treffen im November letzten Jahres habe ich schon insgesamt sieben Workshops bzw. Trainings besucht, die über Start-Up Your Future vermittelt und organisiert wurden; zu Marketing, Steuern, oder auch eine allgemeine Einführung in die Selbstständigkeit. Das Feedback der anderen Teilnehmer (z.B. nach meinem Pitch im Marketing Workshop) oder die Erfahrungen, die sie geteilt haben, waren total hilfreich. Die Informationen zu Rechtsgrundlagen und Steuern waren auch sehr wichtig für mich. Ich habe alles aufgeschrieben, was ich dort gelernt habe, und gemerkt, wie wichtig es ist, auch die Marketing-spezifischen Vokabeln zu lernen. In Ägypten hatte ich zwar auch schon mit meinem Geschäftspartner ein Importgeschäft gegründet, aber in Deutschland ist das einfach insgesamt eine ganz andere Angelegenheit.

 

WJD: Lucy – wie bist Du zu „Start-Up Your Future“ gekommen und was motiviert Dich, als Mentorin aktiv zu sein?

Lucy: Schon in Melbourne habe ich in einem Zentrum für Geflüchtete gearbeitet. Da ging es aber eher darum, Lebensmittel zu verteilen, zu kochen oder andere Hilfeleistungen in diese Richtung zu geben. Meine Mutter ist dort sehr aktiv und hat mich dazu inspiriert. In Berlin habe ich verschiedene Volunteering – Möglichkeiten recherchiert – und bei Start-Up Your Future finde ich besonders gut, dass ich meine professionelle Erfahrung mit einbringen kann.

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