Noor hat in Syrien lange Jahre Naturkosmetik und Naturheilmittel verkauft, sogar sein eigenes Produkt entwickelt und vertrieben. Diese Erfahrung möchte er nun zum Gründen einer eigenen Firma zum Import und Export von Naturkosmetika in Deutschland nutzen und zum Beispiel kostbares Rosenöl, Rosenwasser oder Jasminwasser verkaufen. Bei der Vorbereitung der Gründung und beim Zurechtfinden durch das deutsche Behördendickicht hilft ihm nun die Gründerin Elisabeth Schwerdtner. Sie hat sich vor wenigen Monaten mit einem eigenen Unternehmen selbstständig gemacht und weiß genau, worauf es bei einer Neugründung ankommt.

Name: Noor Hammoudh
Firma: Import/Export von Naturkosmetik
Rechtsform: Einzelunternehmen
Alter: 43 Jahre alt
Nationalität: Syrien, Damaskus
Aufenthaltsdauer in Deutschland: seit 2 Jahren
Beruf in der Heimat: Kaufmann im Einzelhandel, Kosmetika und Medikamente

Noor über seine Patin Elisabeth:

Elisabeth erklärt mir alles und glaubt an mich. Wenn mir jemand sagt, „Das hat doch keinen Sinn, mach lieber etwas Anderes,“ – dann unterstützt sie mich, und sagt, „klar kannst du das! Du musst nur dein Deutsch verbessern und dranbleiben“. Jeden Tag geht es ein bisschen besser – das gibt mir Kraft, weiter zu machen. Ich habe hier in Berlin viele Migranten gesehen, die großen Erfolg haben, das möchte ich auch schaffen.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: In welcher Phase der Gründung befindet du dich?

Noor: Ich bin noch am Anfang – ich stecke gerade mitten in der Recherche und bin dabei, die ersten Entwürfe des Businessplans zu erarbeiten. Das Know-How zu den Produkten habe ich schon – in Damaskus habe ich lange Zeit Naturkosmetika verkauft und ein eigenes Naturheilmittel entwickelt, was größtenteils aus Propolis besteht, ein natürliches Antibiotikum, was viele Anwendungen findet. Aber wir haben auch Beautyprodukte – wie Bodylotion – selbst vor Ort produziert. Meine Zielgruppe sind Frauen jeden Alters. Die zahlen meist mehr als Männer! (lacht)

WJD: Woran arbeitet ihr gerade – und wie arbeitet ihr zusammen?

Elisabeth: Wir treffen uns alle zwei Wochen – unsere Treffen finden komplett auf Deutsch statt. Aktuell sprechen wir gerade darüber, ob es besser wäre, ein Einzelunternehmen zu gründen oder eine UG bzw. GmbH. Die UG hat den Vorteil, dass man selbst nicht persönlich haftet – allerdings braucht man in der Regel auf jeden Fall einen Steuerberater, und das kostet natürlich. In Deutschland muss man sich mit den Behörden auskennen, Fristen einhalten und nicht zuletzt die Amtssprache verstehen lernen – das ist als Neuankömmling in Deutschland schwierig, und kann für Noor oft frustrierend sein – aber dafür bin ich ja da. Ich kann ihm weitergeben, was man wirklich braucht. Für mich wiederum ist es toll zu sehen, wie motiviert Noor ist – er will das wirklich.

WJD: Was motiviert dich, in Deutschland zu gründen?

Noor: Bis vor kurzem habe ich ein paar Stunden im Tag als Übersetzer und Organisationskraft in einer Pension in Prenzlauer Berg gearbeitet. Doch ich will wieder selbstständig sein und kein Geld vom Staat in Anspruch nehmen, das ist mir wichtig. Ich möchte einfach gute Produkte verkaufen – damit kenne ich mich aus. In 6-12 Monaten möchte ich die Firma gründen können, bis dahin gibt es noch viel zu tun!

 

 

 

 

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