Ahmad ist vielseitig interessiert. Neben Wirtschaft studierte er Theaterwissenschaft in Damaskus und schloss letzteres in Rom ab. Anschließend arbeitete er in NGOs in verschiedenen Ländern. Als er nach Deutschland kam, absolvierte er einen Freiwilligendienst in einem Theaterprojekt für Jugendliche und Kinder. In Berlin möchte er sich jetzt etwas Eigenes aufbauen und seine Kontakte, die er inzwischen geknüpft hat, nutzen. Seine Idee: Ein Kunstcafé als Ort des kulturellen Austauschs und der Begegnung zu gründen!

Der Gründer

Name: Ahmad Mawas

Idee: Kunstcafé

Gründungsort: Berlin

Nationalität: Syrien

 

Gründerpatin

Name: Luisa Busemann

Nationalität: Deutsch

Unternehmen: Phasix (Unternehmensberatung)

Ahmad ist ein kreativer Mensch, der gerne in unterschiedliche Richtungen denkt und nicht davor zurückschreckt, neue Wege einzuschlagen. „Ich finde, man muss flexibel sein“, sagt er. Und fügt hinzu: „Ich hatte im Leben schon viele Schwierigkeiten. Manchmal muss man Dinge abbrechen und wieder von vorn beginnen.“ Weil in seiner Heimat Krieg herrscht, kann er nicht zurück. „Ich hätte sonst zum Militär gehen müssen“, sagt Ahmad. In Berlin möchte er sich jetzt etwas Eigenes aufbauen und seine Kontakte, die er inzwischen geknüpft hat, nutzen. Ursprünglich wollte er in den Handel mit Erdnüssen einsteigen. Aber auch bei seiner Unternehmensidee scheut Ahmad hat sich aber nicht davor geschäut, seine Pläne nochmal zu ändern.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Ahmad, du hast angefangen, an deiner ersten Unternehmensidee zu zweifeln und bist gerade dabei, dir einen Plan B zu überlegen. Wie kam es dazu?

Ahmad: Ich habe mich anfangs für den Handel mit Erdnüssen interessiert – aus Erdnüssen kann man viele Produkte herstellen, gerade vegane Produkte, wie zum Beispiel Brotaufstriche. Auch die Schale der Nüsse kann man recyceln, zum Beispiel für die Herstellung von Holzkohle. Von dieser Idee war ich anfangs ziemlich überzeugt. Ich wollte die Erdnüsse aus dem Sudan nach Deutschland importieren, denn dort habe ich Kontakte. Aber mittlerweile habe ich gemerkt, dass das mit vielen Risiken verbunden ist. Ich bin von der politischen und wirtschaftlichen Situation im Sudan abhängig. Und der Import ist schwieriger als gedacht. Ich muss einen Haufen Richtlinien beachten. Außerdem ist die Einlagerung der Nüsse teuer. Ich bin mir inzwischen einfach nicht mehr sicher, ob sich das für mich wirklich lohnt und ich damit genügend Profit erziele. Während ich auf ein Angebot aus dem Sudan warte, habe ich deshalb angefangen, über eine neue Idee nachzudenken.

WJD: Wie sieht deine neue Idee aus?

Ahmad: Ich könnte hier in Berlin ein Kunstcafé eröffnen. Das ist zwar eine ganz andere Richtung, aber für mich ist das naheliegend, weil ich hier schon viele Kontakte im Kulturbereich habe. Darauf kann ich aufbauen. Ich stelle mir das Café wie einen Treffpunkt vor, an dem Menschen aus der Kunst- und Kulturszene zusammenkommen. Abends gibt es Programm, Theatervorstellungen, Kunstausstellungen. Berlin ist eine multikulturelle Stadt und für Kunstprojekte einfach ein guter Ort. Ganz verworfen habe ich mein erstes Projekt noch nicht, aber ich bin mir mittlerweile relativ sicher, dass ich wechseln will.

WJD: Luisa, was rätst du Ahmad?

Luisa: Ich möchte ihn in dem bestärken, was er wirklich will. Ahmad ist im Kunst- und Kulturbereich sehr aktiv, ein Kunstcafé würde gut zu ihm passen. Es ist doch toll, dass er so vielseitig und flexibel ist. Ich finde es nicht schlimm, das Projekt zu ändern. Ein Richtwert bei der Ideenfindung ist, dass man bis 100 Konzepte erarbeiten muss, um am Ende 3 gute Lösungen zu haben. Im Zweifel dauert es bis zur Gründung eben etwas länger. Hauptsache, wir sind am Ende überzeugt. Wenn man hinfällt, sollte man das als Chance sehen. Auch wenn es wehtut, lohnt es sich, sich wieder vor ein weißes Blatt zu setzen und noch einmal von vorne zu beginnen.

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