Abdullatefs Traum ist es, zusammen mit seiner Frau Narges eine Online-Sprachschule aufzubauen. Über eine Plattform will er verschiedene ESP-Kurse anbieten: English for Specific Purposes; also Berufsenglisch für verschiedene Arbeitsfelder. Tarek hat bereits erfolgreich ein Start-Up gegründet und berät heute als Coach verschiedene Firmen. Seine Erfahrung als Gründer in noch jungen Jahren kommt Abdul und Narges sehr zu Gute.

Der Gründer

Name: Abdullatef Almalouhi

Idee: easylanguagelab.com

Gründungsort: Berlin

Nationalität: Syrien

 

Gründerpate

Name: Tarek Mandelartz (28)

Nationalität: Deutsch

Unternehmen: www.safterei.de

Abdullatef hat zunächst Englische Literatur studiert und dann einen MBA absolviert, mit einem Fokus auf Branding und Marketing. 2008 bekam er einen Job in Riad im Bereich Marketing und KOmmunikationsstrategien. Seit einigen Monaten arbeitet Abdul als Onlinemarketing Manager für eine japanische Firma in Berlin.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Abdul, deine berufliche Erfahrung kommt aus dem Marketing – warum wollt ihr ausgerechnet eine Online Sprachschule gründen?

Abdul: Als wir noch in Riad wohnten, habe ich tatsächlich zunächst eine Event-und Branding-Agentur mitgegründet, aber das hat letzten Endes aus verschiedenen Gründen leider nicht funktioniert. Ein Grund war, dass man in Saudi-Arabien als Ausländer nicht eigenverantwortlich gründen darf. Gesetzlich ist es so, dass nur ein Saudi der Eigentümer sein kann, du musst also deinem Mitgründer blind vertrauen müssen. Auf dem Papier gehört dir nichts.

Meine Frau ist wie ich ursprünglich aus Syrien, aber in Deutschland geboren – dieser Umstand und ihr akademischer Hintergrund brachten uns auf die Idee, es mit einem Online-Angebot von ESP Kursen zu versuchen. Das sind (Berufs-)Englischkurse für verschiedene Berufsgruppen.

WJD: Wie ging euer Weg dann weiter?

Abdul: 2015 sind wir nach Deutschland gezogen, nicht zuletzt auch unser siebenjährigen Tochter zuliebe. Im Frühjahr 2017 haben wir dann einfach einmal testweise ausprobiert, wie der Markt auf unsere ESP-Idee reagieren würde: Ich habe eine Website gebaut, wir haben verschiedene ESP Language Packages zusammengestellt und tatsächlich einige verkauft! Wir sind, was die Kosten anging, bei Null wieder angekommen. Das Interesse ist also da, was ich auch aus den Website Daten herauslesen konnte: Für einen ersten Versuch hatten wir eine wirklich gute Conversion Rate und viele Besucher.

WJD: Tarek, du hast mit nur 24 Jahren die Safterei gegründet und nach einigen Jahren weiterverkauft. Wie bist du zu Start Up Your Future gekommen, und wie passen kaltgepresste Säfte zu Online Learning?

Tarek: Eine Bekannte hat mir auf einer Networking Veranstaltung von Start Up Your Future erzählt. Ende 2017 bin ich zu einer Infoveranstaltung gegangen, weil ich immer Spaß daran habe, neue Projekte und junge Unternehmen kennenzulernen. Nach der Abgabe des Tagesgeschäfts der Safterei ist mir Gemeinnütziges immer wichtiger geworden: Es ist mein Ziel, Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, z.B. auch durch Coaching von Geschäftsführern und Neugründern. Darum sind Abdul, Narges und ich ein sehr gutes Team!

WJD: Wie kannst du den beiden konkret helfen?

Tarek: Toll ist, dass sie schon den Testlauf erfolgreich hinter sich gebracht haben und auch sonst wirklich selbstständig ihr Projekt vorantreiben. Der Businessplan steht, das Logo ist fertig, und die Rohfassung der Website auch.

Konkret helfen kann ich bei der Priorisierung der nächsten wichtigen Schritte, oder auch der Vermeidung von typischen Anfängerfehlern .

WJD: Was für Anfängerfehler konntest du beobachten?

Tarek: Abduls Marketingperspektive ist an sich sehr hilfreich, aber er hat anfangs zu detail-orientiert gearbeitet . Sie haben beispielsweise zwei oder drei Monate am Logo gefeilt, bis ich ihnen geraten habe, sich einfach einmal festzulegen und den Pitch zu priorisieren. Ich habe Erfahrung damit, was die Kommunikation gegenüber Investoren angeht und wie der Pitch am besten verkauft werden kann; das ist Wissen, was den beiden zunächst fehlte.

Abdul: Unser letztes Treffen war besonders hilfreich für uns. Sein Rat, schneller Entscheidungen zu treffen und mich nicht nur auf den Aspekt des Marketings und Brandings zu konzentrieren, war Gold wert. Das ist was ich kann; es ist sozusagen mein „täglich’ Brot“. Aber ich habe dadurch auch ein bisschen den Blick aus „große Ganze“ verloren . Ich hatte einfach nicht auf dem Schirm, dass ich mich gleichzeitig um Verkauf und den bürokratischen Aspekt der Gründung kümmern muss.

Tarek: Was den bürokratischen Teil einer Gründung angeht, gibt es ja auch verschiedene Ebenen bei der Gründung und unterschiedliche Risiken als Gründer, über die man sich informieren muss. Das ist auch etwas, das ich erst lernen musste.

WJD: Abdul, für welches Geschäftsmodell habt ihr euch entschieden?

Abdul: Wir werden erst einmal eine GbR gründen und dann – mal sehen! (lacht)

Jetzt ist erst einmal wichtig, dass wir uns ganz auf unser Produkt und Markteinstieg konzentrieren. Vielleicht werden wir dann die GbR in eine GmbH umwandeln, aber das hängt von den Investoren ab und wieviel sie bereit sind, zu investieren. Wir machen das einfach Schritt für Schritt.