Bahila und Muhab wollen eine Online-Plattform entwickeln, über die man kostenlos eine Rechtsberatung erhalten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob man neu nach Deutschland gekommen ist oder welche Art von Aufenthaltsstatus man hat – jede/r, die/der eine Rechtsberatung braucht, soll sie bekommen. Bei der Gründung und Entwicklung schaut ihnen Tim Meyer über die Schulter, der mit seinen 22 Jahren selbst schon viel Erfahrung im Gründungs- und Start-Up Business, insbesondere was Online-Plattformen angeht, gesammelt hat.

Die Gründer(in)

Name: Bahila Hijazi & Muhab Alwan

Idee: Non-profit Rechtsberatung für Geflüchtete

Gründungsort: Berlin

Nationalität: beide aus Syrien

 

Gründerpate

Name: Tim Meyer

Nationalität: Deutsch

Unternehmen: www.x-patrio.com

Bahila hat Architektur und Englische Literatur studiert und hat dann in der Türkei für verschiedene NGOs gearbeitet. In Syrien war sie vorher für den Roten Halbmond tätig. Muhab hat Softwaretechnik in Damaskus studiert und hat dann in Istanbul in verschiedenen Bereichen gearbeitet (u.a. als Freiwilliger Helfer, Übersetzer im ICMC, Softwareentwickler, Sales, etc.). In Berlin absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum bei Clapp Mobile und arbeitet nun als Softwareentwickler in Vollzeit. Tim hat gerade seinen Bachelor in Business Administration an der Humboldt Universität abgeschlossen (Thema der Bachelorarbeit: Immigrant Entrepreneurship). Eventuell folgt später ein MBA, aber erst einmal konzentriert er sich voll auf sein Start-Up.

3 Fragen, 3 Antworten

WJD: Bahila und Muhab, warum ausgerechnet Rechtsberatung – was steckt hinter eurer Idee?

Muhab: Über die Plattform wollen wir NGOs auf der einen Seite und die Menschen auf der anderen Seite miteinander vernetzen. Oft bieten NGOs kostenlosen Rechtsbeistand an, aber er ist oft nicht auf ersten Blick zu finden. Außerdem wollen wir Juristen und Kanzleien aufnehmen, die ehrenamtlich Rechtsberatung anbieten.

Bahila: Es stecken natürlich auch unsere persönlichen Erfahrungswerte dahinter – als ich nach Deutschland kam und Probleme hatte, war es sehr schwierig für mich, Rechtshilfe zu bekommen, und ich finde, das muss verbessert werden.

WJD: Bahila und Muhab, warum ausgerechnet Rechtsberatung – was steckt hinter eurer Idee?

Muhab: Über die Plattform wollen wir NGOs auf der einen Seite und die Menschen auf der anderen Seite miteinander vernetzen. Oft bieten NGOs kostenlosen Rechtsbeistand an, aber er ist oft nicht auf ersten Blick zu finden. Außerdem wollen wir Juristen und Kanzleien aufnehmen, die ehrenamtlich Rechtsberatung anbieten.

Bahila: Es stecken natürlich auch unsere persönlichen Erfahrungswerte dahinter – als ich nach Deutschland kam und Probleme hatte, war es sehr schwierig für mich, Rechtshilfe zu bekommen, und ich finde, das muss verbessert werden.

WJD: In welcher Phase der Gründung befindet ihre euch momentan?

Muhab: Wir haben uns seit der Matching – Veranstaltung ca. 4 Mal getroffen. Diese Woche steht ein Hackathon an, das ist sehr wichtig für uns, da dort der Prototyp der Plattform entwickelt werden soll. Unsere Phase der Ideenfindung ist so gut wie abgeschlossen, aber insgesamt stehen wir natürlich noch am Anfang mit unserer Idee der Plattform.

Tim: So ist es – am dringendsten ist momentan, dass der Prototyp bzw. ein MVP („Minimum Viable Product“, Anm. d. Red.) gebaut wird, der Hackathon ist die perfekte Gelegenheit dafür. Schwarmintelligenz nutzen, so dass keine Programmierer extra angeheuert werden müssen – ein Win-Win!

Fast genauso wichtig ist es, die „User Experience“ der Plattform zu testen und analysieren. Beispielsweise würde ein Login auf der Seite, bevor der Nutzer sehen kann, wofür er sich überhaupt anmeldet, die Conversion Rate zerstören: Ein großer Prozentsatz der Webnutzer würde sofort wieder abspringen.

Bahila: Dabei hilft uns Tim sehr – er stellt uns Fragen, die wir vorher nicht bedacht haben. Das war beim Entwurf des Webdesigns und der Funktionalitäten total wichtig. Wir hatten viele verschiedene Ideen und Entwürfe, und Tim stellte uns eine sehr einfache Frage: Wollt ihr wirklich ein User Login einem Website-Überblick voranstellen? Ihr könntet viele Nutzer verlieren, weil sie keine Ahnung haben, was sie sich anschauen sollen.

Tim: Businesspläne gehören oft „einfach dazu“ und können wenig aussagekräftig sein. Nichtsdestotrotz ist es meist gut einen Businessplan zu haben – er zwingt dich dazu, intensiver über das Projekt und die Durchführbarkeit nachzudenken, und natürlich potentiellen Partnern etwas vorlegen zu können. Mit einem Prototypen kann man noch einen Schritt weitergehen und potentielle Partner ansprechen, man hat etwas in der Hand, was man zeigen und erklären kann. Sobald die NGOs und pro-bono Anwälte an Bord sind, kommen die Nutzer dann schon von ganz allein.

WJD: Tim, was motiviert dich, bei dem Projekt und Start Up Your Future mitzumachen?

Tim: Ich kann konkret bei der Ausführung der Idee helfen – wie wird die Plattform funktionieren, wie kann die Anwendung optimiert werden? Ideen sind immer super, aber letztendlich geht es darum, die spezifischen Prozesse zu definieren.

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